#1 RE: Presseartikel von Christine 26.10.2013 14:33

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Aus rechtlichen Gründen bitte immer mit Angabe der Quelle

#2 RE: Presseartikel von Christine 26.10.2013 17:18

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VERMISST!
Hilal (10) ging Kaugummis kaufen und kam nie zurück



18.05.2011 - 23:47 Uhr
Von CLAUDIA WEINGÄRTNER
Es gab mal einen Mann, der gestand, Ayla Ercans Tochter vergewaltigt, getötet und im Park verscharrt zu haben. Die Polizei grub, fand aber nichts. Da überlegte es sich der bereits verurteilte Kinderschänder anders und zog seine Aussage wieder zurück.


Wenn Ayla Ercan (43) könnte, würde sie den ganzen Hamburger Volkspark eigenhändig noch einmal umgraben. Jeden Stein wenden, jede Wurzel ausreißen. Irgendwo muss ihr Mädchen doch sein.

Zwölf Jahre ist es her, dass Hilal Ercan spurlos verschwand. In ihrer Heimatstadt Hamburg kennt jeder die Geschichte der damals 10-Jährigen, auch bundesweit sorgte sie für Aufsehen.
Die meisten wissen das hier: Am 27. Januar 1999 bekam Hilal ihr Zeugnis. Ihr Vater gab ihr eine Mark, Hilal ging zum Einkaufszentrum gegenüber, kaufte sich Kaugummis.
Die Kassiererin war der letzte Mensch, der Hilal lebend sah. Großeinsatz – Hunderte Polizisten suchten das Mädchen, Nachbarn, Familienangehörige, Freunde halfen. Tagelang, wochenlang. Hilal war weg, wie vom Erdboden verschluckt.

Es ist lange her, dass ihre Mutter Ayla Ercan zuletzt mit Reportern sprach. Trotzdem sagt sie heute noch immer das, was sie beim ersten, dritten, zwanzigsten Interview sagte: „Ich wusste sofort, dass Hilal etwas Schlimmes zugestoßen ist. Das sagte mir mein Bauch. Und das Bauchgefühl einer Mutter trügt nicht.“
Die Polizei verfolgte Spuren in sämtliche Richtungen, stürzte sich auf jeden noch so kleinen Hinweis. Da gab es ein Auto, das mit quietschenden Reifen davonfuhr. Verdächtige in der Türkei, die überprüft wurden. Einen Mann, der vier Monate nach Hilals Verschwinden ein anderes Mädchen entführte.

Jede Spur verlief sich im Nichts.
Die Familie zog in einen anderen Stadtteil. Ungewissheit, Trauer und Zorn zogen mit. „Unser Leben plätscherte so vor sich hin, es musste ja weitergehen“, sagt Ayla Ercan. „Aber eigentlich haben wir immer nur auf eine Nachricht von der Polizei gewartet.“

Es war im Winter 2005, als Gewissheit plötzlich ganz nah schien: Dirk A. (31), wegen siebenfachen Kindesmissbrauchs seit 2000 in der Psychiatrie, gestand den Mord. Zog das Geständnis zurück. Gestand wieder. Und zog es wieder zurück.

Ermittler Sönke Quent sagt heute: „Wir haben ihn tagelang verhört, er hat uns immer andere Versionen erzählt. Es waren zu viele, die meisten funktionierten nicht. Die Kriminalpsychologen vermuteten, dass er so krank ist, dass er sich nur wünschte, die Tat begangen zu haben.“
Im Leben der Ercans ist nichts mehr, wie es mal war. Lachen: tut ihnen weh. Große türkische Familienfeste: sind seltener geworden. Freunde: gibt es nur noch wenige.
In der Wohnung der Ercans erinnert nichts mehr an Hilal. Ihre Anziehsachen sind in einem Koffer im Keller. Ihr Spielzeug in Kisten. Fotos im Schrank. „Hilal jeden Tag zu sehen wäre zu schmerzhaft.“

Es gibt einen kleinen Lichtblick, und der heißt Derman.
Derman Ercan kam zwei Jahre nach Hilals Verschwinden zur Welt, er kennt sie nur von Erzählungen. Seine Eltern haben ihm erklärt, dass ein böser Mann seine Schwester mitgenommen hat.

Derman ist jetzt neun Jahre, in ein paar Monaten genauso alt wie Hilal, als sie verschwand.
„Ich habe so große Angst um ihn“, sagt Ayla Ercan. „wir bringen ihn jeden Tag zur Schule und holen ihn ab. Wenn er ausnahmsweise alleine unterwegs ist und sich verspätet, klopft mein Herz jedes Mal bis zum Hals.“

Derman ist ein fröhlicher Junge. Wenn er lacht, sieht seine Mutter ihn an, wie jede Mutter ihr Kind ansieht: voller Liebe. Aber es ist jedes Mal auch ein Stich ins Herz. „Derman läuft wie Hilal. Er lacht wie sie, hat ihre Augen.“

Ayla Ercan sagt, sie habe immer gefühlt, dass Hilal tot ist. Das glauben auch die Experten von der Kripo: Die Chance, dass Hilal noch lebt, geht gegen null.

Die Mutter weint noch immer viel. Sie macht eine Therapie. Es hilft nicht. Der Schmerz bleibt. „Erst wenn wir selbst sterben, haben wir Ruhe, vorher nicht“, sagt sie. „Das Schlimme ist, dass ich nicht trauern kann. Wo auch, im Einkaufszentrum? Ich will endlich ein Grab.“
Genau das hat Chef-Ermittler Reinhard Chedor (58) der Familie einst in die Hand versprochen. „Diese Akte wird nicht geschlossen, bevor wir den Täter haben. Ich weiß, dass wir ihn kriegen“, sagte er immer wieder. Es ist seine Lebensaufgabe, den Fall zu Ende zu bringen.
In zwei Jahren geht der Ermittler in Pension.


http://www.bild.de/news/inland/vermisst/...64044.bild.html

#3 RE: Presseartikel von Christine 26.10.2013 17:21

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http://www.ddpdirect.de/Pressebericht


Die Polizei hat Ermittlungsfehler bei der Suche nach dem Mörder der seit dem 27. Januar 1999 verschwundenen Hilal Ercan eingeräumt. Spur 380, die Spur, die die Ermittler bereits 16 Monate nach der Tat zu Dirk A. führte, wurde im Jahr 2000 offenbar nicht konsequent verfolgt. Das Alibi, das der inzwischen wegen mehrerer Kindesmißhandlungen inhaftierte Maler von seinem Schwager bekommen hatte, ist nicht überprüft worden. Auch nach dem BMW des Mannes - möglicherweise der Tatwagen, wurde damals nicht gesucht. Das Alibi ist inzwischen geplatzt, der Wagen in den Kosovo verkauft.

Seit Beginn des Jahres 2005 war Dirk A. immer wieder im Haus 18 des Klinikums Nord befragt worden. Den Fahndern waren im Rückblick Details aufgefallen, die sie stutzig machten. Mittwoch abend gestand er den Mord an Hilal (wir berichteten). Später widerrief er. Trotzdem gilt er als Hauptverdächtiger. Viele Indizien sprechen dafür, daß er Hilal entführte und tötete. Hätte das Verbrechen schon nach A.'s Inhaftierung im Jahr 2000 aufgeklärt werden können? Auch dafür gibt es Indizien.

Als sich Dirk A. im Mai 2000 bei der Polizei stellte und seine Mißbrauchstaten an Kindern im Raum Osdorf zugab, erfuhren die Ermittler, daß der Verdächtige zwei Wochen nach Hilals Verschwinden einen dunkelblauen 3er-BMW verkauft hatte. So ein Auto hatten Zeugen am Tatort gesehen. Die Fahnder versuchten offenbar nicht, an den Wagen zu gelangen, obgleich Dirk A. seine Opfer meist im Auto mitgenommen und teilweise dort mißbraucht hatte. Polizeisprecherin Ulrike Sweden: "Dirk A. hat das Auto am 12. Februar 1999 verkauft. Inzwischen hat es noch einmal den Besitzer gewechselt, ist wohl in den Kosovo exportiert worden." Mit Hilfe der UN-Polizei wird der Wagen auf dem Balkan gesucht. Die Hoffnung der Ermittler: trotz der langen Zeit, die vergangen ist, noch Spuren von Hilal zu finden. Sweden: "DNA-Spuren können Jahre erhalten bleiben. Die Mittel der Kriminaltechnik sind da fast grenzenlos."

Hatten die Ermittler zu sehr darauf vertraut, in einem anderen Verdächtigen als Dirk A. den Täter zu finden? Das Alibi jedenfalls, das der Schwager Dirk A.'s den Fahndern lieferte, ist offenbar nicht hinterfragt worden. Der Schwager und damalige Arbeitgeber des Malers hatte behauptet, A. sei am Tag von Hilals Verschwinden auf einer Baustelle in Elmshorn gewesen. Weder wurden andere Arbeiter auf der Baustelle von den Ermittlern angesprochen, noch wurde der Schwager befragt, ob er die Angaben mit 100prozentiger Sicherheit machen könne. Sweden: "Da haben sich die Ermittler offenbar vorschnell mit der Antwort zufriedengegeben."

Zweiter Grund für das schnelle Verwerfen von Spur 380: Zeugen, die den BMW am Tatort gesehen hatten, wurde ein Lichtbild des Osdorfers vorgelegt. Doch sie erkannten ihn nicht. Die Spurenakte wurde beiseite gelegt.

Brach Dirk A. nun, Jahre später, unter dem Druck wiederkehrender Befragungen zusammen, nachdem man die alte Akte noch einmal studiert hatte? Vieles spricht dafür. Auch der Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg glaubt: "Es ist wahrscheinlicher, daß ein Täter, der gestanden und widerrufen hat, tatsächlich der Täter ist, als daß sich ein Unbeteiligter ein Geständnis ausdenkt und später zur Besinnung kommt." Dem Verdächtigen den Mord an Hilal, sollte es ihn denn gegeben haben, jetzt nachzuweisen, wird nach sechs Jahren ungleich schwieriger, als das nach 16 Monaten der Fall gewesen wäre. Und: Hilals Eltern leben immer noch mit der Ungewißheit, die sie zeitweise an die Grenzen des Ertragbaren geführt hat.

#4 RE: Presseartikel von Christel 08.09.2016 21:50

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22.05.15

Hamburg
Vermisste Hilal – Polizei ermittelt seit 16 Jahren

Das Mädchen verschwand spurlos, als es Süßigkeiten in einem Einkaufszentrum holen wollte. Bis heute bekommt die Polizei Hinweise.

Hamburg. Was geschah mit Hilal? Seit 16 Jahren wird das Mädchen aus Lurup vermisst. Es ist eines der spektakulärsten Vermisstenfälle der vergangenen Zeit in Deutschland.

Im Januar 1999 hatte die damals Zehnjährige ein gutes Halbjahrszeugnis nach Hause gebracht. Der Vater erlaubte ihr deshalb, sich Süßigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum "Elbgaupassage" zu kaufen. Seitdem ist Hilal wie von der Erde verschluckt, sagte Polizeisprecher Jörg Schröder. Zunächst richtete sich der Verdacht gegen die Familie, dann gegen einen Mann, der schon in Hamburg-Lohbrügge ein Kind entführt hatte. Ihm war im Fall Hilal aber nichts nachweisbar.

Dann nahm die Polizei einen anderen Mann fest, der bereits ein Mädchen gewürgt hatte. Er gestand der Mordkommission, Hilal entführt und getötet zu haben. Als die Polizei am nächsten Tag mit ihm zur Suche nach der Leiche in einen Park fuhr, sah der Verdächtige, dass Pressevertreter schon auf ihn warteten. Daraufhin widerrief er sein Geständnis. Die Ermittler gaben nicht auf. Schröder, damals beim Landeskriminalamt für Sexualdelikte zuständig, verhörte ihn insgesamt 100 Stunden lang. Der Mann gestand zum zweiten Mal. Die Leiche suchten die Ermittler unter großem Aufwand in einer Kiesgrube im benachbarten Stadtteil Rissen - ohne Ergebnis. Ob der psychisch kranke Verdächtige die Wahrheit sagte, ist offen.

Vor dreieinhalb Jahren griff die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" den Fall erneut auf. Bis heute gingen immer noch Hinweise ein, sagte Schröder. Die Ermittlungen beim Landeskriminalamt liefen weiter.

http://www.abendblatt.de/nachrichten/art...-16-Jahren.html

#5 RE: Presseartikel von Christel 08.09.2016 21:52

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Polizei Hamburg

POL-HH: 160908-6. Ankündigung: Vermisstenfall Hilal ERCAN wird bei Fahndung Deutschland gesendet

08.09.2016 – 14:19

Hamburg (ots) - Sendezeit: 09.09.2016, 19:00 Uhr, SAT 1 Fahndung Deutschland

Die damals zehnjährige türkische Schülerin Hilal Ercan verschwand am 27. Januar 1999 in Hamburg-Lurup. Sie hatte ein gutes Schulzeugnis nach Hause gebracht und durfte sich zur Belohnung Süßigkeiten kaufen. Das Kind verließ das Mehrfamilienwohnhaus in der Elbgaustraße (gegenüber des Einkaufszentrums Elbgaustraße), in dem es mit seinen Eltern und zwei Geschwistern wohnte.

Gegen 13.15 Uhr wurde das Mädchen an dem Einkaufszentrum Elbgaustraße zuletzt gesehen. Der Vater Kamil und die Mutter Ayla Ercan glaubten nicht, dass ihre Tochter einfach weggelaufen sein könnte. Die Polizei leitete bereits wenige Stunden nach dem mysteriösen Verschwinden eine zuletzt vergebliche Suche ein. Für die Fahndung nach dem Mädchen ist eine Belohnung von 5000,- Euro ausgesetzt.

Kleidung und Aussehen von Hilal am 27.01.1999:

Sie war ungefähr 145 cm groß und hatte lange schwarze Haare. Hilal war bekleidet mit:

- einer schwarz-grau gemusterten Jacke
- einer schwarzen Jeans
- einem orangefarbenen Pullover
- schwarzen Schuhen mit Plateausohlen
- verschiedenen Haarspangen und einem Ohrring

Fragen der Kriminalpolizei:

- Wer hat Hilal am Mittwoch, den 27.01.99 gegen 13:15 Uhr in der unmittelbaren Umgebung der Elbgaupassage in Hmb.-Lurup gesehen? - Wer kann etwas zum Verbleib der Kleidung oder der von Hilal mitgeführten Gegenstände, wie ihren Ohrringen und ihren Haarspangen sagen?

Hinweise nimmt die Verbindungsstelle im LKA Hamburg unter der Telefonnummer (040) 4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Sch.

Rückfragen bitte an:

Polizei Hamburg
Polizeipressestelle, PÖA 1
Andreas Schöpflin
Telefon: 040/4286-56211
Fax: 040/4286-56219
E-Mail: polizeipressestelle@polizei.hamburg.de
http://www.polizei.hamburg.de

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3424723

#6 RE: Presseartikel von Christel 20.10.2016 11:58

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Stand: 20.10.2016 11:31 Uhr

Fall Hilal: Polizei gleicht DNA-Spuren mit NSU-Daten ab

Die Hamburger Polizei rollt einen der größten Vermisstenfälle der vergangenen Jahrzehnte wieder auf. Die Ermittler prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Fall der 1999 im Alter von zehn Jahren verschwundenen Hilal Ercan aus dem Stadtteil Lurup und dem rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gibt. Anlass dafür ist, dass beim Fundort der ermordeten Peggy Knobloch in Thüringen DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt ?entdeckt wurden.

Mehrere Fälle werden nochmal untersucht

Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag entsprechende Medienberichte bestätigte, würden DNA-Spuren mit den neuen Daten abgeglichen. Es gebe aber noch keine konkreten Hinweise, dass eine Verbindung besteht. Bereits am Mittwoch hatte eine Polizeisprecherin am Mittwoch im Gespräch mit NDR 90,3 gesagt, dass sich die Ermittler die Akten im Fall Hilal noch einmal genau anschauen und prüfen würden, ob es Spuren gebe, die zum NSU-Terroristen Böhnhardt führen könnten. Sie sprach von einer Routineüberprüfung, denn in allen Bundesländern würden die ungeklärten Fälle von vermissten Kindern wieder aufgerollt.

DNA-Spuren am Fundort von Peggys Leiche

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Böhnhardts DNA-Spuren an dem Fundort der Leiche Peggys sichergestellt wurden. Das Mädchen war im Jahr 2001 im Alter von neun Jahren verschwunden. Ihre Knochen wurden erst 15 Jahre später Anfang Juli in einem Waldgebiet gefunden. Auf dem Computer des NSU-Terroristen war außerdem kinderpornografisches Material gefunden worden.

Hilal jahrelang vergeblich gesucht

Der Fall Hilal ist einer der größten Vermisstenfälle in der Hamburger Kriminalgeschichte. Im Januar 1999 war die damals Zehnjährige in einem Einkaufszentrum an der Elbgaustraße in Lurup verschwunden. Eine 140-köpfige Sonderkommission der Polizei hatte jahrelang vergeblich versucht, den Fall aufzuklären.

Böhnhardt 2011 erschossen

Der NSU wird für eine Mordserie mit zehn Toten verantwortlich gemacht, die Opfer waren überwiegend Migranten. Neben Böhnhardt gehörten dem NSU Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe an, die derzeit in München vor Gericht steht. Im November 2011 entdeckte die Polizei in einem ausgebrannten Wohnmobil die Leichen von Böhnhardt und Mundlos. Nach jüngstem Ermittlungsstand hatte Mundlos möglicherweise Böhnhardt erschossen und sich dann selbst getötet.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/F...U,hilal102.html

#7 RE: Presseartikel von Christel 20.10.2016 16:57

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Polizei prüft Vermisstenfall: NSU-Terroristen: Verschleppten sie auch Hilal?

Es könnte die spektakuläre Wendung eines ungelösten Kriminalfalls sein: Vor fast 18 Jahren verschwand die damals zehnjährige Hilal E. aus Lurup. Seitdem rätseln die Ermittler, wo das Mädchen abgeblieben ist. Keine Spur führte die Polizei zum Ziel – bis jetzt? Wie LKA-Chef Frank-Martin Heise der MOPO bestätigt, wird der Fall neu geprüft.

Es ist der 27. Januar 1999. Hilal E. hat ein gutes Zeugnis bekommen, darf sich deshalb im Einkaufszentrum an der Elbgaustraße Süßigkeiten kaufen. Von diesem Ausflug kehrt das Mädchen nie zurück.

Es wird eine SoKo eingerichtet, 140 Beamte suchen nach der damlas Zehnjährigen. Doch sie bleibt verschwunden. Jahrelang beschäftigen sich die Ermittler mit dem Fall, arbeiten hunderte Hinweise ab, eine Facebookseite rief dazu auf, Informationen einzusenden – ohne Erfolg. Schließlich gibt es einen Verdächtigen: Ein psychisch kranker Sexualstraftäter behauptet, das Mädchen getötet zu haben. Doch die von ihm beschriebenen Tatorte filzt die Polizei ergebnislos. Später widerruft der Mann sein vermeintliches Geständnis.

Die Ermittler gehen schließlich davon aus, dass Hilal verschleppt und getötet wurde. Ein Zusammenhang mit einer Sexualstraftat sei möglich, hieß es damals. Wer dafür allerdings verantwortlich ist, konnte die Polizei bis heute nicht ermitteln.

Jetzt gibt es einen schrecklichen Verdacht: Nachdem erst letzte Woche DNA-Spuren von NSU-Terrorist Uwe Bönhardt an den sterblichen Überresten der vermissten Peggy aus Franken gefunden wurden, prüfen Hamburger Ermittler nun, ob auch Hilals Verschwinden mit dem NSU in Verbindung gebracht werden kann.

„Angesichts der aktuellen Entwicklung rund um Peggy und einer möglichen Beteiligung der NSU haben wir sofort gesagt: Das ist ein Thema für uns“, sagte Frank-Martin Heise, Chef des Landeskriminalamts Hamburg, am Mittwoch im Gespräch mit der MOPO mit.

Er und seine Kollegen werden sich nun „mit der Frage beschäftigen, ob Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos auch in Hamburg mit weiteren schweren Straftaten auffällig geworden sind. Insbesondere werden wir prüfen, ob sie etwas mit dem Verschwinden der damals zehnjährigen Hilal Ercan im Jahr 1999 zu tun haben“, so Heise.

Zweieinhalb Jahre nach Hilals Verschwinden, im Sommer 2001, hatten die beiden NSU-Killer an der Schützenstraße in Bahrenfeld den türkischen Gemüsehändler Süleyman Taskröpü erschossen.

Der NSU steht nach den jüngsten Entwicklungen im Verdacht, sein grausames Treiben unter anderem über den dreckigen Handel mit missbrauchten Kindern finanziert zu haben. Neben dem Fall Hilal will LKA-Chef Heise jetzt auch weitere ungeklärte Morde an Kindern, Vermisstenfälle und Sexualdelikte in Hamburg auf einen Zusammenhang mit den Taten des NSU-Trios prüfen. „Wir werden uns sehr genau anschauen, ob es hier weitere Ansatzpunkte für erneute Ermittlungen gibt.“

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/pan...Q9&ocid=UE07DHP

#8 RE: Presseartikel von Christine 08.05.2017 10:09

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Sie haben nicht einmal ein Grab, an dem sie trauern können

Auf dem Tisch in einem Büro im Hamburger Polizeipräsidium steht eine hohe, hellbraune Papiertüte. Der Ermittler Volker Quast hat sie aus der Asservatenkammer geholt. "LKA 44" und "Verwahrung" steht in roter Schrift auf dem Papier, und in Schwarz: "Ercan, Hilal". Quast zieht einen schwarz-grauen Anorak in Größe 128, eine Jeans und Plateauschuhe in Größe 38 aus der verknitterten Tüte.

"Identische Sachen trug Hilal, als sie verschwand", sagt er. Und in der Tüte liegen zwei Haarspangen, eine gelbe und eine rote. Hilals Mutter hatte sie gefunden und wiedererkannt, als sie nach ihrer Tochter suchte. Neben einem Ohrring das Einzige, was sie fand.

Hilal wird vermisst seit dem 27. Januar 1999. Es war der Zeugnistag, und sie hatte gute Noten mit nach Hause gebracht. Hilal Ercan, 10, wollte nur kurz Süßigkeiten kaufen gehen. Doch sie kam nie zurück. Die Elbgaupassage in Hamburg-Lurup liegt direkt gegenüber dem orangerot getünchten Hochhaus, in dem sie mit ihrer Familie lebte. Der Gemüsehändler sah sie noch auf dem kurzen Heimweg, zwei Zeugen beobachteten einen blonden Mann. Die Mutter fand später zwei Haarspangen und einen Ohrring.

Hilal wollte nur einen Hubba-Bubba-Kaugummi kaufen gehen. Sie kam nie zurück.
Als die Zehnjährige am 27. Januar 1999 von ihren Eltern im Stadtteil Lurup vermisst gemeldet wurde, war Quast im Landeskriminalamt für Sexualdelikte zuständig. Er überprüfte für die eingesetzte "Soko Morgenland" einschlägig Vorbestrafte und war deshalb von Anfang an an den Ermittlungen beteiligt. Seit 2005 ist es ganz sein Fall, und als er vor ein paar Monaten in die neue Einheit des Landeskriminalamtes, die "Cold Case Unit", wechselte, nahm er ihn mit. Längst ist er Teil seiner Biografie geworden.

Volker Quast ist in der Wahl der Worte altmodisch, er spricht lieber von "Altfällen" als von "Cold Cases", doch es läuft aufs Selbe hinaus: Quast kümmert sich um lang zurückliegende, ungeklärte Verbrechen, dreht noch mal jeden Stein um, schaut sich jede Aussage noch mal an. Mehr als 100 Aktenordner gibt es zu Hilal, hinzu kommt jede Menge elektronisch gespeichertes Material. Das meiste davon ist auch in Quasts Kopf gespeichert. Bis heute stehen er und eine Polizeipsychologin in engem Kontakt zur Familie des Mädchens. Der Kriminalhauptkommissar ist nicht der Typ, der Menschen mit ihrem Kummer allein lässt.

Gerade einmal 100 Meter sind es von dem neunstöckigen Haus an der Spreestraße, in dem Hilal mit ihrer Familie wohnte, bis zu dem Supermarkt in der Elbgaupassage. Sie lief hin und verschwand auf dem kurzen Weg nach Hause. Der Gemüsehändler in der Passage sah sie noch, als sie an ihm vorbei Richtung Ausgang lief. Sie musste nur noch den kleinen Parkplatz und die Spreestraße überqueren. Zwei weitere Zeugen meldeten sich, zwei Busfahrer, die an diesem Tag einen großen kräftigen Mann beobachtet hatten, wie er auf dem Parkplatz am Arm eines Mädchens im Alter von Hilal gezogen hatte. Die Szene hatte sich ihnen eingeprägt, weil dieser Wikingertyp so gar nicht zu dem kleinen schwarzhaarigen Mädchen gepasst hatte. War es Hilal? Unweit dieser Stelle entdeckte ihre Mutter die Haarspangen und den Ohrring.

Die Spurensicherung, die den Parkplatz Zentimeter für Zentimeter abkämmte, fand darüber hinaus nichts von Hilal: kein Blut, kein Haar, keine Hautschuppe.

Ermittler Quast sitzt in Jeans und kariertem Hemd hinter seinem Schreibtisch und redet nicht lange drum herum: "Wir nehmen an, dass Hilal einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Täter Hilal in ein Auto gezerrt und sie zunächst in eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe gebracht hat. Möglicherweise wurde sie später vergraben."
617 Hinweise gingen in den vergangenen 18 Jahren ein. Es meldeten sich Zeugen, die das Mädchen in einem Bordell in Belgien gesehen haben wollten, Leute, die ihre Nachbarn denunzieren wollten, Wahrsager und Wünschelrutengänger. Jedem Hinweis ging Quast nach – und erschien er noch so abwegig.

Es gab sogar mal ein Geständnis: 2005 sagte der wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilte und bis heute in der forensischen Psychiatrie Ochsenzoll einsitzende Dirk A., er habe Hilal ermordet. Doch später widerrief er sein Geständnis, und auch mit modernster Kriminaltechnik konnte ihm nichts nachgewiesen werden. "Es ist nicht auszuschließen, dass er sich nur wichtigmachen wollte", sagt Volker Quast. Über 100 Stunden hatten Beamte Dirk A. nach der Rücknahme des Geständnisses verhört. Vergebens.

Schon wenige Monate nach Hilals Verschwinden war ein anderer Sexualstraftäter in den Fokus der Ermittlungen geraten – er hatte im Mai 1999 ein Mädchen vor einem Supermarkt entführt und missbraucht. Als in seinem Auto Blutspuren gefunden wurden, glichen die Ermittler sie mit der DNA von Hilal ab. Sie stimmten nicht überein. "Wir hatten keine andere Möglichkeit, ihn mit diesem Verbrechen in Verbindung zu bringen", sagt Quast. "Das Fatale ist: Die Gedanken von Hilals Eltern und Geschwistern pendeln seither zwischen diesen beiden Männern. Aber es könnte auch ein unbekannter Dritter gewesen sein."

"Natürlich kann das auch ein Trittbrettfahrer gewesen sein"

Quast und seine Kollegen werden nicht lockerlassen im Fall Hilal: "Wir werden die Ermittlungen nie einstellen, immer wieder bei null anfangen, uns immer und immer wieder die Akten vornehmen. Wir machen weiterhin Recherchen, gehen Datenbanken durch, schauen uns jeden neuen Fall an, ob er Parallelen zu unserem aufweist. Und auch heute noch, 18 Jahre später, suchen wir neue Zeugen und Mitwisser."

Und nach Zeugen von damals: Am 3. Februar 1999, eine Woche nach ihrem Verschwinden, rief gegen 17 Uhr ein Mann bei Hilals Eltern an und bestellte sie zur Christuskirche in Hamburg-Eimsbüttel. Sie sollten allein kommen, ohne Polizei, er könne ihnen zeigen, wo Hilal sei. Das Treffen ging schief, womöglich, weil an der Kirche wegen eines anderen Einsatzes Polizei war. Der Mann meldete sich nie wieder. "Natürlich kann das auch ein Trittbrettfahrer gewesen sein", sagt Quast. "Aber eben auch ein Zeuge, der tatsächlich etwas weiß."

Eine kleine Wohnung im Hamburger Westen. Schon in den ersten Minuten des Gesprächs wird deutlich, wie ohnmächtig sich Hilals Familie immer noch fühlt, wie schwer es ist, dieses Schicksal in die eigene Biografie zu integrieren, auch nach so vielen Jahren.
In der Wohnung eines Düsseldorfers entdeckten Polizisten einen vermissten Schweizer Jungen

Abbas Ercan war zwölf, als seine Schwester verschwand. "Ich bin mit Schmerz aufgewachsen und einer riesengroßen Wut auf einen unbekannten Täter. Wer hat uns Hilal weggenommen? Und warum? Auch wenn wir nicht die Hoffnung haben, dass Hilal noch lebt – der Täter soll uns endlich sagen, was er mit meiner Schwester gemacht hat. Vielleicht zeigt er doch noch Reue und gibt uns endlich die Antworten, die wir so dringend brauchen. Nichts ist schlimmer als diese Ungewissheit."

Auch Hilals Vater Kamil findet keine Ruhe: "Für meine Frau und mich ist es immer noch so, als sei es gestern passiert. Genauso schmerzhaft. Weil wir uns nie von Hilal verabschieden konnten, bis heute kein Grab haben, an dem wir trauern können. Ich möchte wenigstens ihre Leiche haben."
Die Ercans haben bis heute kein einziges Bild von Hilal in ihrer Wohnung hängen. Weil sie das nicht aushalten würden. Einige ihrer Sachen bewahren sie in einem Koffer. Auch Hilals Gedichte. Sie hat sie für ihre Mutter geschrieben.

Vielen fehlt es an Liebe oder an Halt

Hilal war zehn, als sie verschwand. Noch häufiger als Kinder verschwinden Jugendliche. Und bei ihnen dauert es meist länger, bis sie gefunden werden, wenn überhaupt. Oft sind sie selbst abgehauen, übernachten in Abrisshäusern, in Parks oder vor Bahnhöfen und riskieren, ausgeraubt oder vergewaltigt zu werden.

Jugendliche reißen aus, weil sie keine Lust mehr auf die Schule haben oder Liebeskummer, weil sie im Internet jemanden kennengelernt haben, weil sie Streit mit ihren Eltern haben oder Verbote unterlaufen wollen. Oder weil ihre Eltern sie seit Jahren grün und blau schlagen. Vielen fehlt es an Liebe oder an Halt. Manche sind auch einfach nur abenteuerlustig.

Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr 4027 Jugendliche vermisst gemeldet. Für sie zuständig sind, neben der Polizei in den Bezirken, Ulrike Rohloff und ihre 14 Kollegen von der Vermisstenstelle des Berliner Landeskriminalamtes, dem LKA 124.

Kriminalhauptkommissarin Rohloff, 49, hat selbst zwei Töchter, 15 und 18 Jahre alt, und manchmal hat sie Angst um sie. "Es gibt Situationen, da setzt bei mir das Kopfkino schneller ein als bei anderen Eltern, auch wenn ich ansonsten entspannt bin. Weil ich weiß, was passieren kann." Rohloffs Töchter kannten schon früh die Maschen, mit denen Täter Kinder anlocken, ihre Mutter hat sie ihnen alle aufgezählt. Bis heute müssen sie, wenn sie woanders übernachten wollen, nicht nur den Namen hinterlassen, sondern auch Telefonnummer und Adresse.

Ulrike Rohloff kann viele traurige Geschichten erzählen. Von Kindern und Jugendlichen, die sich überall wohlfühlen, nur nicht zu Hause. Von Eltern, die ihre Kinder nicht einmal vermisst melden, weil es ihnen egal ist, und irgendwann wendet sich die Schule an die Polizei. Rohloff sagt: "Viele der vermissten Teenager leben in schwierigen Verhältnissen oder in Heimen. Aber manchmal haben wir es auch mit wohlstandsverwahrlosten Kindern aus vermeintlich guten Elternhäusern zu tun."

http://www.stern.de/panorama/stern-crime...rn-7440678.html

#9 RE: Presseartikel von alligateuse 10.09.2018 13:46

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10. September 2018, 10:31 Uhr

Nach neuem Zeugenhinweis
Hamburg: Polizei sucht nach Leiche von vermisster Hilal im Altonaer Volkspark

Hamburg | Mehr als 19 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens Hilal Ercan hat die Hamburger Polizei eine Leichensuche im Altonaer Volkspark gestartet. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag.

Nach Informationen von „bild.de“ rückte die Polizei mit einem Mini-Bagger und Leichenspürhunden an. 2005 hatte ein Tatverdächtiger bei der Polizei gestanden, Hilal entführt und getötet zu haben. Dann zog er jedoch sein Geständnis zurück und weigerte sich, den genauen Ort zu zeigen, an dem er angeblich die Leiche abgelegt hatte. Damals hatte die Polizei vergeblich nach den Überresten des Kindes im Volkspark gesucht. Nun habe es einen neuen Zeugenhinweis gegeben, sagte der Polizeisprecher.

Vor mehr als 19 Jahren verschwand die damals 10-Jährige. Mit Mini-Bagger und Leichenspürhunden wird seit Montag erneut nach ihrer Leiche gesucht.

Genau 19 Jahre nach dem Verschwinden des damals zehnjährigen Mädchens hatte die Polizei eine sogenannte Fahndungserinnerung in einem Einkaufszentrum in Hamburg-Lurup angebracht. Dort war Hilal am 27. Januar 1999 zuletzt gesehen worden. Auf der Tafel ist ein Bild des Mädchens sowie ein Zeugenaufruf zu sehen. Für den entscheidenden Hinweis lobte die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung von 5000 Euro aus. Hilal ist das einzige Kind in Hamburg, das seit langer Zeit vermisst wird.

Quelle: https://www.shz.de/regionales/hamburg/ha...id20980512.html

#10 RE: Presseartikel von Christine 10.09.2018 13:58

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Online: 10.09.2018

HAMBURG
Neuer Hinweis: Polizei sucht nach Leiche der vermissten Hilal

Fast zwei Jahrzehnte nach dem Verschwinden des Kindes Hilal in Hamburg haben die Ermittler einen neuen Hinweis bekommen. 50 Beamte sind im Altonaer Volkspark im Einsatz.

Nur wenige Fälle haben die Hamburger Polizei so intensiv beschäftigt wie das vermisste Mädchen Hilal. Knapp 20 Jahre nach ihrem Verschwinden verfolgt die Hamburger Polizei nun eine neue Spur in dem Kriminalfall. Nach einem aktuellen Zeugenhinweis begannen mehr als 50 Beamte am Montag eine Suche nach der Leiche des Kindes im Altonaer Volkspark, wie ein Polizeisprecher sagte. In einem abgesperrten Gebiet entfernten Bereitschaftspolizisten das Untergehölz und fegten den Waldboden. Dann untersuchten sie den Untergrund mit Sondierungsstangen nach Auffälligkeiten. Zwei Mini-Bagger standen bereit, ebenso wie ein Leichenspürhund. Zunächst hatte “bild.de” über die Suchaktion berichtet.

Das türkische Schulmädchen aus dem Stadtteil Lurup hatte am 27. Januar 1999 ein gutes Halbjahreszeugnis nach Hause gebracht. Der Vater erlaubte der damals Zehnjährigen, sich Süßigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum “Elbgaupassage” zu kaufen. Seitdem wird Hilal vermisst. Zunächst hatte sich der Verdacht gegen die Familie gerichtet, dann gegen einen Mann, der schon mal ein Kind entführt hatte. Ihm war im Fall Hilal aber nichts nachweisbar.

Hilal wird seit 19 Jahren vermisst
2005 nahm die Polizei einen anderen Mann fest, der bereits ein Mädchen gewürgt hatte. Er gestand der Mordkommission, Hilal entführt und getötet zu haben. Als die Polizei am nächsten Tag mit ihm zur Suche nach der Leiche in den Volkspark fuhr, sah der Verdächtige, dass Pressevertreter schon auf ihn warteten. Daraufhin widerrief er sein Geständnis und weigerte sich, den genauen Ort zu zeigen, an dem er angeblich die Leiche abgelegt hatte. Die Polizei hatte vergeblich nach den Überresten des Kindes gesucht. Nun habe sich ein neuer Zeuge gemeldet und einen Hinweis auf einen Ort in der Nähe des damals durchsuchen Areals gegeben, sagte der Polizeisprecher.

Anfang des Jahres, genau 19 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens, hatte die Soko Cold Cases einen neuen Anlauf in den Ermittlungen gestartet. Die Polizei brachte eine sogenannte Fahndungserinnerung in dem Einkaufszentrum an, wo das Kind zuletzt gesehen worden war. Auf der Tafel ist ein Bild des Mädchens sowie ein Zeugenaufruf zu sehen. Für den entscheidenden Hinweis lobte die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung von 5000 Euro aus. Hilal ist das einzige Kind in Hamburg, das seit langer Zeit vermisst wird.

Von RND/dpa


https://www.ejz.de/ejz_246_111586165-122...sten-Hilal.html

#11 RE: Presseartikel von alligateuse 11.09.2018 09:51

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Stand: 11.09.2018 08:06 Uhr

Volkspark: Suche nach Hilals Leiche erfolglos

Die Hamburger Polizei hat die Leiche der verschwundenen Hilal Ercan nicht gefunden. Bis um 2 Uhr in der Nacht zum Dienstag hatten die Ermittler im Altonaer Volkspark nach den sterblichen Überresten des Mädchens gesucht. Polizeisprecher Timo Zill sagte NDR 90,3 am Dienstagmorgen, die Spur sei kalt. Es werde an dieser Stelle nicht weiter gesucht. Die "Cold Cases"-Einheit der Polizei würde aber weiter in dem Fall ermitteln. Das damals zehnjährige Mädchen war vor 19 Jahren vermutlich im Einkaufszentrum Elbgaustraße entführt worden.

An der Nansenstraße hatte die Polizei am Montag ein Waldstück abgesperrt. Insgesamt waren laut Polizei bis zu 50 Bereitschaftspolizisten, Kriminaltechniker und Beamte der Ermittlungsgruppe "Cold Cases" im Einsatz. Mithilfe eines Leichenspürhundes und drei kleinen Baggern suchten sie nach der Leiche. Die Polizisten untersuchten den Untergrund mit Sondierungsstangen nach Auffälligkeiten. Danach wurden Schichten des Waldbodens abgetragen. Schließlich wurde die Suche in der Nacht zum Dienstag abgebrochen.

Neuer Hinweis löste Suche aus

Auslöser der Suche im Volkspark war laut Polizei ein neuer Hinweis zu dem Fall. Die Ermittler, die den Fall bearbeiten, lokalisierten danach ein Waldstück, in dem die sterblichen Überreste des Mädchens gesucht wurden. Bereits 2005 hatte ein Tatverdächtiger, der zunächst ein Geständnis abgelegt hatte, die Polizei in den Volkspark geführt. Als sich der bereits wegen anderer Taten verurteilte Mann von einem Journalisten im Wald gestört fühlte, weigerte er sich, die Polizisten weiter zu dem angeblichen Leichenversteck zu führen. Wenig später widerrief er sein Geständnis.

Fall neu aufgerollt

Der Fall Hilal ist der größte Vermisstenfall in der neueren Hamburger Kriminalgeschichte. Im Januar dieses Jahres hatte die Ermittlungsgruppe "Cold Cases" den Fall neu aufgerollt. Am Einkaufszentrum Elbgaustraße wurde eine feste Tafel mit einem Bild der damals zehn Jahre alten Hilal aufgestellt. Dazu ein Zeugenaufruf und der Hinweis, dass die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt hat, die zur Aufklärung der Tat führen.

Hilal hatte mit ihrer Familie in der Nähe des Einkaufszentrums gewohnt. Die Polizei vermutet, dass Hilal auf dem Parkplatz von einem Unbekannten in einen Transporter gezerrt und verschleppt wurde. Das Mädchen war beim Einkaufszentrum Elbgaustraße am 27. Januar 1999 zur Mittagszeit zum letzten Mal gesehen worden.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/V...oldcase186.html

#12 RE: Presseartikel von alligateuse 25.01.2019 11:35

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25.01.2019 09:42 Uhr

Neuer Zeugenaufruf im Vermisstenfall Hilal

Kaum ein Vermisstenfall beschäftigt die Hamburger Polizei schon so lange wie der der damals zehnjährigen Hilal. 20 Jahre nach ihrem Verschwinden starten die Ermittler jetzt einen neuen Zeugenaufruf. "Wir bitten Zeugen, die sich bislang nicht gemeldet haben, dringend darum, zur Polizei zu gehen", sagte die verantwortliche LKA-Leiterin am Freitag. Möglicherweise habe sich der Täter inzwischen jemandem anvertraut.

Verschwinden im Januar 1999
Hilal war am 27. Januar 1999 allein im Einkaufszentrum Elbgaustraße unterwegs. Als Belohnung für ein gutes Zeugnis durfte sie sich Süßigkeiten kaufen, seitdem ist sie nicht wieder aufgetaucht.

Erfolglose Suche nach Hilals Leiche
Zuletzt war im September 2018 im Altonaer Volkspark nach der Leiche des Mädchens gesucht worden - ohne Erfolg. Bereits 2005 hatte ein Mann zugegeben, Hilal entführt und getötet zu haben - sein Geständnis später aber widerrufen.

Gedenken an Hilal
In dem Einkaufszentrum Elbgaustraße ist eine Tafel mit einer Fahndungserinnerung angebracht worden. Auch 20 Jahre später berühre der Fall die Ermittler noch immer, so die Polizistin. Denn Hilal sei der einzige Fall in Hamburg, bei dem ein Kind spurlos verschwunden und dessen Verbleib ungeklärt ist.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/N...l,hilal122.html

#13 RE: Presseartikel von alligateuse 28.01.2019 12:30

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27.01.19, 12:17 Uhr

Hamburgerin seit 20 Jahren vermisst Hilals Eltern veröffentlichen dramatischen Appell

20 Jahre – für die Eltern von Hilal Ercan eine Zeit voller Wut, Trauer – und auch Hoffnung. Ihre Tochter ist vor 20 Jahren losgegangen, um sich als Belohnung für ein gutes Zeugnis in einem Luruper Kiosk Kaugummis zu kaufen. Die damals Zehnjährige kam nie wieder. Nun wendet sich die Familie der Vermissten in einem bewegenden Brief an alle Hamburger.

„Wir sehen seit 20 Jahren kein Licht mehr. Wir können nicht trauern. Wir haben kein Grab. Wir können nicht in die Zukunft gucken, weil wir jeden Tag zurückschauen." Es sind Worte, die tief ins Mark gehen, die selbst Außenstehende bewegen. Die Familie, die mittlerweile aus Lurup weggezogen ist, ist verzweifelt. Noch immer, und für immer. „Wir sind in den ersten Tagen zerbrochen. Wir haben seit der Tat nie wieder richtig Atmen können", heißt es im Brief, der der MOPO vorliegt.

Die Hamburger Polizei, die die Familie seit dem Vorfall eng begleitet, hat den Kampf noch immer nicht aufgegeben. „Wir gehen weiter davon aus, dass es Menschen gibt, die Merkwürdiges oder Auffälliges beobachtet haben, bei dem es sich vielleicht um ein Puzzleteil zur Aufklärung des Falls handelt“, so die zuständige Abteilungsleiterin im Landeskriminalamt, Inge Pape. Auch ein Phantombild, das damals erstellt wurde, veröffentlichte die Polizei erneut.

„Wir haben seit der Tat nie wieder richtig Atmen können. Der Weiße Ring hat uns beigestanden und tut es immer noch. Aber Hilal… ist irgendwo allein!" Der Gedanke, so heißt es im Brief weiter, ließe die Herzen der Familie jeden Tag aufs Neue brechen. Sie hegten keinen Groll mehr, bitten den Täter nur noch zu verraten, wo Hilal versteckt wurde. „Wenn Sie Angst haben, sagen Sie es anonym. Wir haben keine Kraft mehr. Niemand kann das aushalten. Bitte teilen Sie Ihr Geheimnis mit uns. Wir wollen doch nur unser kleines Mädchen wieder haben!"

Wer Hinweise zu dem Fall geben kann, wird gebeten sich an jeder Dienststelle der Polizei zu melden.

Hilals Familie hat auch eine Seite auf Facebook ins Leben gerufen, auf der sie über den Fall informiert.

Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/polizei/hamb...appell-31942368

#14 RE: Presseartikel von Christel 18.04.2019 21:47

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17.04.19

„Cold-Cases“-Affäre

Fall Hilal: Familie kämpft für gefeuerten Soko-Chef

Christoph Heinemann

Die Angehörigen des verschwundenen Mädchens fordern, dass Steven Baack wieder ermitteln darf – und kritisieren die Polizei.

Hamburg. Es ist der wohl größte Vermisstenfall in der Nachkriegsgeschichte der Hansestadt: Vor 20 Jahren verschwand die damals zehnjährige Hilal Ercan in Lurup. Mehrere Generationen von Polizeibeamten versuchten vergeblich, den Fall zu lösen. Nun wenden sich die Angehörigen des Mädchens in einem Offenen Brief an Innensenator Andy Grote (SPD) – und treten darin für den abgesetzten Chef der Soko „Cold Cases“ für ungelöste Kriminalfälle bei der Polizei ein.

Der wegen des Verdachts auf „verbotener Ermittlungsmethoden“ versetzte Steven Baack habe schon vor mehr als einem Jahrzehnt in dem Fall ermittelt, heißt es in dem Brief, der dem Abendblatt vorliegt. Als Kopf der neuen Ermittlungsgruppe “Cold Cases“ habe er dann vor zwei Jahren frischen Wind in die festgefahrenen Ermittlungen gebracht. „Steven Baack besuchte uns, informierte uns“, heißt es in dem Schreiben. Und er habe viele Ideen gehabt – etwa für eine permanente Hinweistafel nahe des Ortes, wo Hilal am 27. Januar 1999 zuletzt gesehen worden war.

„Setzen unsere ganze Hoffnung nur in ihn“

Zuletzt hatte Baack im Herbst eine erneute Suchaktion im Volkspark veranlasst. Auch für den 20. Jahrestag des Verschwindens seien mehrere Aktionen in Planung gewesen – zuvor wurde Baack jedoch nach einem Debakel vor Gericht in einem anderen Fall abgesetzt. Seitdem ist er krankgeschrieben. Die Familie Ercan war nach eigenen Angaben weiter davon überzeugt, das Baack ein fähiger Ermittler ist. „Wir glauben Steven Baack und setzen mittlerweile unsere ganze Hoffnung nur in ihn!“, heißt es in dem Offenen Brief.

Auf der anderen Seite äußern die Angehörigen auch Kritik daran, dass die Polizei nach Baacks Absetzung nicht auf die Familie zugegangen sei. „Es hat sich bei uns niemand von alleine vonseiten der Polizei gemeldet“.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche entschieden, keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Baack in dem anderen Fall einzuleiten. Das bedeutete eine teilweise Entlastung des ehemaligen Soko-Chefs – gleichzeitig war erneut von schweren handwerklichen Fehlern in der Ermittlungsarbeit die Rede. Es sei jedoch plausibel, dass diese durch „Überlastung und Überforderung“ und nicht absichtlich entstanden seien, wie Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich dem Abendblatt sagte.

Baack ist weiterhin krankgeschrieben

Im Lichte der neuesten Entwicklungen bittet die Familie Ercan nun darum, Steven Baack erneut in ihrem Fall ermitteln zu lassen: „Wir haben gesehen, wie sehr Steven Baack für Hilal, für uns gearbeitet hat. Er war immer für uns da. Er hat nie aufgegeben, auch wenn es andere in unserem Fall bestimmt schon lange getan haben.“

Derzeit ist Steven Baack jedoch krankgeschrieben, gegen ihn läuft zudem noch ein disziplinarrechtliches Verfahren bei der Polizei. Nach Abendblatt-Informationen gab es zwar ein Angebot für eine neue Dienststelle, diese lehnte Baack jedoch ab. Inzwischen werden jedoch auch mögliche Mängel bei der Arbeit der Vorgesetzten im LKA von einer Arbeitsgruppe untersucht.

Familie hält Dirk A. weiterhin für verdächtig

Der abgesetzte Soko-Chef und die Familie des Mädchens teilen offenbar dieselbe Vermutung, wer für das Verschwinden von Hilal verantwortlich sein könnte – ihr Verdacht ruht auf Dirk A., der den Mord an Hilal bereits mehrfach gestand und anschließend wieder verneinte. Der psychisch kranke Gewalttäter sitzt im Maßregelvollzug in Ochsenzoll ein.

„Er kannte Hilal sogar. Aus unserer Nachbarschaft“, führt die Familie Ercan in ihrem Brief an. Die Angehörigen gehen selbst davon aus, dass die Zehnjährige das Opfer eines Verbrechens geworden ist. „Ein Ungeheuer beendete das fröhliche Leben unserer Prinzessin. Einfach so. Mitten in Hamburg. Am hellichten Tag. Der Mann, der das tat, ist für uns ein Monster“, schreibt die Familie.

https://www.abendblatt.de/hamburg/articl...-Soko-Chef.html

#15 RE: Presseartikel von Christine 28.01.2020 08:40

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Vor 21 Jahren verschwand Hilal Bruder schreibt herzzerreißenden Brief an Mörder

27.01.20, 17:25 Uhr


Sie hatte ein gutes Schulzeugnis mit nach Hause gebracht. Deshalb durfte sie sich zur Belohnung im nahegelegenen Einkaufszentrum an der Elbgaustraße Süßigkeiten kaufen – und kam nie wieder. Das war gestern von 21 Jahren. Bis heute gibt es keine Spur von der damals zehn Jahre alten Hilal Ercan. Höchst wahrscheinlich ist sie nicht mehr am Leben. Den Jahrestag ihres Verschwindens hat nun der Bruder Hilals, Abbas Ercan, zum Anlass genommen, einen Brief an den Mörder zu verfassen – und „an die Mitwisser, die den Mörder schützen“.

„Ein Mord verjährt nicht! Egal wie sehr er auch vertuscht und unterdrückt werden mag“, schreibt Ercan. „Ein Mord ist ein Kapitalverbrechen, das einem Menschen sein Leben und dessen Angehörigen die Mutter, den Vater, die Schwester, den Bruder oder die Freundin nimmt! Ein Mensch wird einfach aus dem vollen Leben gerissen, ohne Sinn und Zweck!“
„Ich schreibe diesen Brief nicht in Bitternis“

Ercan weiter: „Ich weiß ganz genau, dass dieser offene Brief den Mörder meiner Schwester erreicht, dass DU ihn liest, ihn lesen musst. Ich schreibe diesen Brief nicht in Bitternis, nein, dafür fühle ich mich schon zu ausgelaugt. Ich schreibe diesen Brief als Bitte eines Menschen, dem etwas Liebes genommen wurde, an einen Menschen, der es genommen hat. Ich schreibe dies mit der Bitte und der Hoffnung, dass DU zu einer Entscheidung kommst. In der Hoffnung, dass Dir dieser Brief hilft, eine jahrelange Last von den Schultern zu werfen. Die Last der Schuld!

Ich weiß, dass DU gar keine andere Wahl hast, als Dich immer wieder, vermutlich jeden Tag oder jede Nacht damit auseinanderzusetzen, was Du getan hast. Weil es einfach menschenunmöglich ist, ein solches Verbrechen, den Mord an meiner kleinen Schwester, einfach zu verdrängen. Zu verdrängen vielleicht – zeitweise, aber ganz zu vergessen – bestimmt unmöglich!!

Du Mörder meiner Schwester, bitte lies Dir das folgende genau durch: Ich glaube, dass Du im Grunde deines Herzens vielleicht ein guter Mensch warst. Aber durch diesen Vorfall in ein seelisches Martyrium gedrängt wurdest. Ich glaube, dass es eine Reihe absolut unglücklicher Vorkommnissen gegeben hat, die zu einer dermaßen unglücklichen Situation geführt haben, die meiner Schwester schließlich das Leben kostete! Es mag sein, dass Du Fantasien hattest zu töten, aber warum warst du so schwach? Warum hast Du Dir keine Hilfe geholt? Warum hast Du das meiner Schwester angetan und schließlich meiner ganzen Familie?

Hilal war gerade einmal zehn Jahre alt. Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Was hat sie Dir getan, dass Du ihr Leben beendet hast? Du musst uns das erklären, das bist Du uns schuldig!

Ich bitte Dich ganz innig darum, dass Du dieses schlimme Martyrium, welches meine Eltern, meine Schwester und ich die letzten 21 Jahre durchmachen mussten, nun beendest. Bitte, beende es! Bitte stell' Dich endlich, steh' zur Wahrheit. Oder Du bleibst für immer der größte Feigling, der Du seit 21 Jahren bist!

Sei kein Lügner mehr und nutze diese Chance für Dich!“

gez. Abbas Ercan

https://www.mopo.de/hamburg/vor-21-jahre...oerder-33810374

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